Rainer Hunold

* 1949 Braunschweig

Rainer Hunold (* 1. November 1949 in Braunschweig) ist ein deutscher Schauspieler und Bildhauer. Nach dem Abitur am Gymnasium Raabeschule studierte er Kunstpädagogik, Germanistik und für einige Semester Bildhauerei, bevor er ab 1975 eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin absolvierte. Der breiten Öffentlichkeit ist Hunold durch prägende Fernsehrollen in Mehrteilern und Serien wie „Ein Mann will nach oben“, „Ein Fall für zwei“, „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“ und insbesondere „Der Staatsanwalt“ bekannt. In den letzten Jahren hat er seinen Schwerpunkt bewusst von der Kamera auf die Skulptur verlegt.

Parallel zur Schauspielerei hat Hunold seine bildhauerische Arbeit über viele Jahre kontinuierlich entwickelt. Ausgangspunkt vieler Skulpturen sind Fragmente gefällter oder abgestorbener Bäume, die er auf Spaziergängen sammelt und im Atelier mit tausenden von Kupfernägeln überzieht. Aus den unregelmäßigen Wuchsformen entstehen verdichtete, organische Körper mit einer metallischen Haut, die zwischen Verletzlichkeit und Schutzform oszilliert. Ausgewählte Stücke werden in Formen überführt und in Bronze oder Eisen gegossen. So verschiebt sich die Materialität seiner Arbeiten nachvollziehbar von Holz über Kupfer hin zu dauerhaften Metallskulpturen.

In der Werkgruppe „Protections“ steht der Schutzgedanke im Zentrum: die mit Kupfer überzogenen Hölzer wirken wie Panzer, die zugleich Spuren des Wachstums bewahren. Die Serie „AL“, benannt nach einem Kfz-Kennzeichen für Andalusien, greift Eindrücke aus seinem Arbeitsaufenthalt in Spanien auf und entwickelt sie zu voluminösen, weich gerundeten Formen, die eng miteinander verzahnt erscheinen. Diese organischen Volumenstudien liegen auch dem Eisenguss AL23 zugrunde, der 2022 in der Kunstgießerei Lauchhammer realisiert wurde und die Zusammenarbeit zwischen Künstler und Gießerei exemplarisch dokumentiert.

Hunolds Skulpturen wurden in Galerien und Museen vor allem im Rhein-Main-Gebiet gezeigt, darunter in der Galerie BRAUBACHfive in Frankfurt am Main, im Horex-Museum Bad Homburg und im Museum Gotisches Haus, wo seine Ausstellung „Transformation. Skulpturen von Rainer Hunold“ anlässlich der Wiedereröffnung des Hauses präsentiert wird. Begleitende Kataloge vertiefen die Einbettung seines bildhauerischen Werks und zeigen, wie konsequent Hunold die Erfahrung aus Theater und Film – Rhythmus, Präsenz, Verdichtung – in eine autonome Sprache der Skulptur überführt.

„Ich habe Fragmente gefällter oder abgestorbener Bäume gefunden und ihnen durch das Einschlagen von Kupfernägeln eine neue Qualität gegeben.“

Taunus-Nachrichten, Bad Homburg, 25.09.2025.

„Meine Arbeit hat in erster Linie etwas Meditatives.“

Rhein-Main.Eurokunst, Bericht zur Ausstellung in der Galerie Mainzer Kunst, Mainz, 2017.

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2009 – „Protections“, Galerie BRAUBACHfive, Frankfurt am Main
  • 2018 – „Inspiration Technik“, Horex-Museum Bad Homburg
  • 2025/26 – „Transformation. Skulpturen von Rainer Hunold“, Museum Gotisches Haus

Publikationen

  • 2009 – „Protections“. Ausstellungskatalog, Galerie BRAUBACHfive
  • 2025 – „Transformation. Skulpturen von Rainer Hunold“, Imhof Verlag, Petersberg

Arbeiten von
Rainer Hunold